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Selbsthilfeforum für Angehörige SVV-betroffener Menschen
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BeitragVerfasst: Mo 10. Feb 2020, 17:16 
Hallo,
erst seit einigen Tagen weiß ich vom Leid und Leiden meiner Tochter (18).
Sie möchte nicht mit mir reden, was ich verstehe und akzeptiere, auch wenn es unglaublich schwer fällt.
Ich frage mich nur, ob es ihr helfen würde oder sie Vertrauen zu mir finden würde wenn sie wüsste, dass es mir als Jugendliche nach einer Vergewaltigung ganz ähnlich erging wie ihr. Damals war SVV in der Form - zumindest mir - absolut unbekannt. |editert, mamusch| Es ist eine längere Geschichte, wie bei allen.
Soll ich Ihr das alles erzählen? Würde es helfen?
Ich wäre sehr dankbar Erfahrungen dazu zu erhalten.


Zuletzt geändert von mamusch am Di 11. Feb 2020, 08:45, insgesamt 1-mal geändert.
Keine Beschreibung von svV, Triggerwirkung!


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BeitragVerfasst: Mo 10. Feb 2020, 18:49 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 17:13
Beiträge: 4312
Status: Betroffene/r
Hallo Mutter,
- schwierige Frage. Ich habe unterschiedlichste Gedanken dazu, kann dir keinen Rat geben, der in eine Richtung zeigt...

Für mich ist und war es sehr sehr hilfreich, von anderen Menschen zu hören/lesen, dass sie selbst kennen, was ich erlebe. Dass ich damit nicht alleine bin. Dass es Menschen gibt, die aus dem SvV herausgefunden haben.
Ob ich sowas von meiner Mutter hätte hören wollen, weiß ich nicht. Vielleicht hätte ich das Gefühl bekommen, sie überträgt Dinge, die sie erlebt hat, auf mich - oder sie geht davon aus, dass sie mich versteht, aber ich fühle mich irgendwie nicht verstanden.
Vielleicht hätte ich mir Sorgen um sie gemacht. Vielleicht hätte ich auch das Gefühl bekommen, sie versteht mich und sie teilt da ganz Inneres mit mir und es hätte mir gut getan. Vielleicht hätte mir das eine Tür geöffnet, mit ihr zu sprechen und auch von mir zu erzählen. Vielleicht hätte ich aber auch gedacht, dass ich sowas von ihr gar nicht wissen will - vor allem nicht in einer Situation, in der es MIR schlecht geht. Da soll sie doch bitte meine starke Mutter sein, die mich auffängt, wenn ich das brauche.

Ich hatte eine Lehrerin, die mich in meiner Schulzeit ziemlich lange und intensiv begleitet hat. Als sie vom SvV erfuhr (sie war die erste, der ich überhaupt davon erzählen konnte), hat sie mir davon erzählt, dass sie therapeutische Hilfe in Anspruch nimmt, wenn es ihr nicht gut geht. Dabei ist sie gar nicht weiter ins Detail gegangen - aber an der Stelle hat es mir sehr gut getan. Weil sie mir damit vermittelt hat, dass es total menschlich ist, mit Dingen nicht alleine klarzukommen und professionelle Hilfe zu suchen.

Vielleicht fragst du deine Tochter, ob sie etwas aus deiner Geschichte hören will? "Ich kann dich besser verstehen, als du vielleicht denkst. Wenn du magst, kann ich dir davon erzählen." Dann hat sie die freie Entscheidung.

Viele Grüße sendet dir
Y

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Und wir sind nicht mehr zag / unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein / aus dem vergangenen Tag.


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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 08:05 
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Registriert: Mo 10. Feb 2020, 17:02
Beiträge: 1
Status: Angehörige/r
Liebe Y,
das ist sehr hilfreich. Vielen lieben Dank.
Ich werde Sie - nach Deinem Rat - fragen, ob sie es hören möchte. Du hast Recht, vielleicht ist es für meine Tochter besser die starke Schulter zu sein, anstatt jemand, um den man sich zusätzlich Sorgen machen muss.
Kannst Du mir bei noch einer Frage weiterhelfen, die mich beschäftigt?
Ich habe Ihr einen "Bis zum Himmel und zurück"-Beute gemacht. Mit Wundversorgungszeug, kleinen liebevollen Sprüchen, Büchern, die sie als Kind geliebt hat,und Skills (nennt man glaub ich so, Chili, Zitrone etc...), Duftkerzen, Muscheln, ...eben alles was ich dachte es kann helfen.
Denkst Du darüber würde sie sich freuen oder fühlt sie sich überfahren?
Ich wäre so gerne um Euer aller Erfahrungen klüger in meiner jetzigen Situation!
Danke, dass es dieses Forum gibt!!!!
Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 10:40 
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Registriert: Mo 26. Sep 2011, 15:11
Beiträge: 4970
Wohnort: Unterfranken
Status: Betroffene/r
Ich glaube, ich fände es schön. Da ist Jemand, der mich sieht und der mir helfen will. Das hätte mir glaube ich sehr geholfen.

_________________
Das Dunkel ist ein Heimweh nach Licht

C.L.Schleich


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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 11:21 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 17:13
Beiträge: 4312
Status: Betroffene/r
Oh ja, hätte meine Mutter mir sowas zusammengestellt, dann wäre ich ihr sicherlich sehr dankbar gewesen und es hätte mich auch sehr berührt. Und die Dinge, die du eingepackt hast, können ihr in Akutsituationen sicher helfen.

Schön, dass du dich angemeldet hast!
Liebe Grüße vom
Y

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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 15:07 
Oh, das freut mich sehr!
Endlich habe ich mal eine gute Idee!
Ich werde es Ihr gleich heute Abend überreichen und hoffe sie empfindet es ebenfalls als eine nette und liebevolle Geste und nicht als völlige Bemutterung. Aber Ihr werdet schon recht behalten. Danke für Eure Rückmeldung und dass es Euch gibt!
Alles Gute!


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BeitragVerfasst: Di 11. Feb 2020, 21:37 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 17:13
Beiträge: 4312
Status: Betroffene/r
Mutter71 hat geschrieben:
Endlich habe ich mal eine gute Idee!


... ich glaube, dass du oft gute Ideen hast. Die Situation ist nur leider sehr fragil und es ist nicht so einfach Hilfe anzunehmen.... :roll:

_________________
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BeitragVerfasst: Mi 12. Feb 2020, 10:55 
Sie hat zwar nichts gesagt, mich aber ganz fest gedrückt.
Ich danke Euch!
Ohne Eure Ermunterung, hätte ich es ihr wahrscheinlich nicht überreicht.Ihr habt mich aufgebaut und es war seit langem ein guter Tag gestern. DANKE!
Ich kann Euch gerne auch ein "es gibt jemand, der an Dich denkt"-Paket schicken! Meldet Euch einfach bei mir!!!!


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BeitragVerfasst: Mi 12. Feb 2020, 11:26 
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Registriert: Mi 12. Feb 2014, 17:04
Beiträge: 2010
Status: Betroffene/r
Hey Du und willkommen,

schön, dass Du Deiner Tochter den Beutel überreicht hast und sie sich darüber freuen konnte. Ja, das hätte mir früher auch sicher sehr geholfen und ist manchmal besser als 1000 Worte so etwas!

Liebe Grüße

Herde


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