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 Betreff des Beitrags: Suche Rat - Therapie?
BeitragVerfasst: Mo 10. Nov 2014, 12:02 
Hallo liebes Forum :hallo:

Ich bin schon ewig hier Mitglied - aber eigentlich lese ich immer nur still mit.
Nun wende ich mich in eigener Sache an euch, denn ich suche Rat.

//Triggerwarnung. Ich versuche nicht triggernd zu schreiben, bin mir aber
nicht sicher, wie gut das klappt. Daher vorsorglich eine Warnung ⚠ //

Ich leide seit ich 13 bin - mal mehr, mal weniger - an SvV. Mittlerweile bin ich 23.
Meist legt sich ein schrecklicher Druck auf die Brust und ein elektrisierendes Gefühl zieht sich bis in die
Fingerspitzen. Ich fühle mich dann hundeelend und leider geht damit auch oft
ein Drang zum SVV einher :(

Es fing also mit 13 an, hörte mit 15 ca. auf, aber auch nicht richtig, da ich ab dann
versucht habe mit Alkohol gegen meine Gefühle etwas zu unternehmen. Mit 17
aß ich beinahe nichts mehr. Das besserte sich, aber dafür kam das SvV wieder :cry:

Wie ihr seht - vom Regen in die Traufe. Dazu muss ich sagen, dass ich kein extremer SVVler
bin und nur sehr selten wirklich autoagressiv bin (zB im August und jetzt im November). Da ich niemanden triggern möchte, werde ich nicht näher darauf eingehen.

Seit ein paar Jahren kommt immer mehr Angst hinzu - ich habe Angst vor Fremden und vor
unbekannten Situationen. Vor allem letztere machen mich verrückt. Und ich habe unglaubliche Angst,
dass jemandem aus meiner Familie etwas zustoßen könnte.

Es handelt sich aber nicht um einen dauerhaften Zustand. Manchmal geht es mir auch wirklich toll
und ich genieße alles, Wochenenden zuhaus, Abende mit meinem Freund...

Aber es ist manchmal auch ganz anders! Warum ich mich heute an euch wende - gestern Nacht ist es wieder passiert und mein Kopf tut immer noch weh (Ich hoffe, ich darf das hier schreiben, sonst bitte editieren). Sehr.

Was meint ihr?

Ich habe schon öfter überlegt, mich behandeln zu lassen. SVV, Minderwertigkeitsgefühle, schlechte Gefühle, Angst. Mein Freund würde mich auch unterstützten. Aber dann denke ich wieder: So krank bin ich doch gar nicht!
Und nachher lehnen mich zB auch Versicherungen ab...

Aber vielleicht möchte ich es jetzt doch in Angriff nehmen.

Daher meine Fragen:

Wie seid ihr es angegangen? Erst zum Hausarzt? Oder direkt zum Psychiater/Psychologen?

Wie viel Papierkram kommt auf mich zu?

An wen wende ich mich überhaupt? Psychiater oder Psychologe? An wen habt ihr euch gewandt?

Und zu guter Letzt: Hat es euch geholfen? Ich weiss, das ist sehr subjektiv. Versuche mir nur,
einen Überblick zu schaffen...

Wer es bis hier hin geschafft hat...Respekt :blume:
Danke vielmals fürs Lesen! Und für die Antworten im Voraus!

Habt einen schönen Wochenstart.


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche Rat - Therapie?
BeitragVerfasst: Mo 10. Nov 2014, 13:15 
Offline

Registriert: Do 8. Sep 2011, 18:13
Beiträge: 4476
Status: Betroffene/r
Hallo ally!

Schön, von dir zu lesen - ich find's gut, dass du dir überlegst, dich auf den Weg zu professioneller Hilfe zu machen.
Um auf deine Fragen zu antworten:
Ich habe mir meine Therapeuten bis jetzt direkt gesucht. Also ohne Hausarzt. Wenn du einen Hausarzt hast, mit dem du reden kannst, ist das aber vielleicht ein besserer Weg, weil der dir evtl. jemanden empfehlen kann oder sich sogar selbst reinhängen kann, so dass du nicht so schrecklich lange warten musst, bis du einen Termin bekommst. Das ist nämlich in vielen Fällen echt ein Problem: Die Wartezeiten... - meine letzte Therapeutensuche war sehr ernüchternd - ich habe 30 Therapeuten kontaktiert, nur einen Termin für ein Erstgespräch bekommen und musste dann nochmal ein 3/4 Jahr warten, bis ich einen Therapieplatz bekommen habe. Aber da bin ich jetzt und fühle mich auch meistens ganz gut aufgehoben.

Papierkram... - nicht so arg viel. die ersten Sitzungen sind sowieso zum "Ausprobieren", kennenlernen und schauen, ob die Chemie stimmt. Da ist noch gar kein Papierkram. Wenn alles passt und du die Therapie machen willst, wird ein Antrag an die Kasse gestellt. Dazu muss man in der Regel ein paar Fragebögen ausfüllen, ein paar Tests machen, damit der Therapeut was in den Antrag schreiben kann, damit die Therapie bewilligt wird.
Und: Wenn ihr (der Therapeut und du) euch einig seid, dass ihr gemeinsam arbeiten wollt, dann wird der Therapeut den Antrag zu formulieren, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht abgelehnt wird. Da ist (zumindest beim Erstantrag) die Gefahr verschwindend gering.

Psychiater sind Ärzte und dürfen Medikamente verschreiben. Es gibt Psychiater, die auch Therapien anbieten, ich glaube, das sind aber eher weniger. Also eher ein Psychologe oder Therapeut. Und sollte eine medikametöse Behandlung dazu nötig sein, dann wäre ein Psychiater der Ansprechpartner.
Vielleicht machst du dich mal über die verschiedenen möglichen Therapieformen (Verhaltenstherapie, Psychoanalyse...) kündig, da gibt es gute Infos im Netz.
Und wenn du da das Gefühl hast, dass dir eine Richtung gerade passender vorkommt als die anderen, dann wäre das z.B. ein gutes Kriterium für die Suche. Und wenn nicht, dann ist das auch erstmal egal. Das kannst du auch gemeinsam mit dem Therapeuten in den ersten Sitzungen noch sehen, ob die Therapieform passt oder nicht.

Für mich ist die Therapie eine Hilfe. Keine, die mir etwas abnimmt und mich trägt, sondern eine, die mich darin unterstützt, Dinge zu verstehen und ganz langsam zu verändern. Das ist Arbeit und kostet viel Kraft, lohnt sich aber.

Ich wünsche dir Erfolg beim Infossammeln und Überlegen!
Liebe Grüße
Y

_________________
Und wir sind nicht mehr zag / unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein / aus dem vergangenen Tag.


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 Betreff des Beitrags: Re: Suche Rat - Therapie?
BeitragVerfasst: Mo 10. Nov 2014, 16:10 
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Registriert: Mo 18. Feb 2013, 18:40
Beiträge: 1824
Status: Angehörige/r
Liebe ally,

ich find's großartig, dass Du Dich um HIlfe kümmern willst.

Ich mag Dir gern kurz schildern, wie die Suche für meine Tochter aussah:
nachdem sie sich entschlossen hatte, doch Gespräche in Anspruch zu nehmen, hab ich eine Liste der Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in unserer Stad aus dem Netz gezogen und da hab ich dann viele angerufen, tatsächlich viele mit laaaangen Wartezeiten oder mit Aufnahmestopp erreicht, aber einen, wo meine Tochter auf die Warteliste kam, und einen anderen, bei dem sie nicht lang warten musste und innerhalb eines Monats einen Termin bekam.
Da hatten wir Glück, denn dieser Therapeut hat einerseits sein Stundenkontingent aufgestockt und hatte von daher Kapazität frei, wieder neue Klienten aufzunehmen,
andererseits scheint meine Tochter auf Anhieb ganz gut mit ihm klar zu kommen.
Jedenfalls hat sie demnächst ihren 3. Termin und hat sich bisher noch nicht negativ geäußert.

Ich möcht Dir gern Mut machen!
Manchmal kann es wirklich schnell gehen.

Liebe Grüße von abalone

_________________
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