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 Betreff des Beitrags: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Sa 13. Jun 2015, 23:11 
Hallo ihr Lieben,

Ich bin gerade immer noch ziemlich aufgewühlt von meinem letzten Gespräch in der Beartung und auch ein wenig verwirrt und hin und her gerissen von allem. Ich war inzwischen schon ein paar mal bei der selben Beraterin und sie ist wirklich sehr nett und gibt sich Mühe.

Ich war vom letzten Termin ein wenig enttäuscht, wenn man das so sagen kann. Ich hatte der Beraterin gesagt, dass ich es schöner finden würde, wenn sie mich mit meinem Vornamen anspricht, da für mich Frau XY eben meine Mama wäre und sie war damit einverstanden. Ich glaube nur, dass sie es jetzt vergessen hatte... das hat mich ein wenig traurig gemacht, da sie mir ja anscheinend doch nicht so viel Aufmerksamekeit schenkte in diesem Moment. Naja, gut mit dem meckern... Ich hatte einfach nur das Gefühl, dass sie nicht wirkliches Interesse an mir hatte und das hat mich gekränkt.

Die Beratung läuft glaube ich ganz gut, ich kann viel erzählen und sie veruscht eine Lösung zu finden, warum ich immer so nervös werde und was mich alles stresst. Beim letzten Mal sollte ich aufmalen oder schreiben, was das für Dinge sind mit bunten Stiften auf einem großen Papier... und jetzt mal ganz ehrlich, ich kam mir absolut banane vor!!! So richtig verrückt einfach nur. Ich saß dort auf dem Boden und habe gemalt bzw geschrieben und sie hat versucht mit mir da etwas zu analysieren...

Sie meinte auch etwas von "depressiver Verstimmung", die ich eventuell hätte und da hat kurz mein Herz ausgesetzt. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und will es auch ehrlich gesagt gar nicht weiter durchleuchte, was ich da eventuell haben könnte. Das würde ja heißen, dass ich ein ersteres Problemchen hätte und es nicht selbst erkenne und das macht mir wirklich Angst.
Zuerst war nur die rede von Gefühlen, die bei mir getriggert werden aus der Kindheit und nun so etwas. Ich habe echt ein wenig Angst.

Ich habe irgendwie das Gefühl fest zu stecken, da wir nie an etwas anknüpfen bzw weiter machen sondern irgendwie alles so durcheinander | editiert |. Was auf keinen Fall schlecht ist, da ich es sehr gut finde mit alles von der Seele zu reden. Nur meinte meine Beraterin, dass es normal wäre, wenn man so ca. 5 Termine bei ihr hätte. Ich habe jetzt nächste Woche schon den 9. Termin...
War von euch schon jemand einmal länger in einer Beratung? Und habt ihr vielleicht eine Ahnung, ob so eine Beratung wirklich etwas bringt oder leisten kann?

Ich habe mit meiner Beratung gesprochen und ihr erzählt, dass eine richtige Therapie nicht in Frage kommt. Einmal, da es mir psychisch nicht allzu schlecht geht (natürlich habe ich meine schlechten Phase, aber daneben auch einige gute Phasen) und eben dann auch, weil ich dadurch später Probleme in meinem Job bekommen könnte.
Sie meinte, dass ich dann erst einmal bei ihr weiter kommen kann, wenn ich das möchte. Das schätze ich auch wirklich sehr.

Ich hoffe es ist okay, wenn ich hier über die Beratung so schreibe. Ich rede/ schreibe mir Dinge gerne von der Seele und da niemand von der Beratung weiß gestaltet sich das außerhalb des Forums noch ein wenig schwierig.

Liebe Grüße und gute Nacht und danke fürs Zuhören!
Salene


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: So 14. Jun 2015, 07:55 
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Registriert: So 25. Sep 2011, 21:31
Beiträge: 7246
Status: Betroffene/r
Hallo Salene,

am Anfang kann eine Beratung ganz schön verwirren und auch Angst machen. Das war bei mir ähnlich. Inzwischen bin ich seit über 4 Jahren bei meiner Beraterin, habe dabei sogar die Arbeitsstelle mit gewechselt. Seit 2,5 Jahren hab ich auch einen Traumatherapeuten, aber trotzdem bin ich auch weiterhin bei ihr. Sie und mein Therapeut arbeiten jetzt zusammen.

Für mich ist die Beratung mindestens gleichwertig zur Therapie. Mit meiner, ich nenns mal Problematik, kennt sie sich erstmal besser aus und so ist es immer wieder so, dass mein Thera sich bei ihr auch Rückmeldung holt. So klappt das insgesamt super.

Mir bringt die Beratung nicht nur viel, sondern ich bezeichne sie als meine Lebensretterin. Sie hat, nach zwei Therapien, die den Durchbruch nicht gebracht haben, mich genau dort abgeholt, wo ich es gebraucht habe und geht mit mir meinen Weg. Ohne sie hätte ich wohl aufgegeben mit dem Gedanken, dass mir niemand helfen kann. Heute weiß ich, dass man manchmal nur etwas länger suchen muss, um die passende Hilfe zu finden.
Am Anfang war bei mir aber auch schon Verunsicherung da. Mit dem gegenseitigen Kennenlernen wurde das immer besser.

Liebe Grüße anna-luisa

_________________
„Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“
Hans Christian Andersen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: So 14. Jun 2015, 11:03 
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Registriert: Sa 21. Sep 2013, 08:08
Beiträge: 685
Wohnort: NRW
Status: Betroffene/r
Liebe Salene,

erst einmal schön, dass du zur Beratungsstelle gefunden hast.

Ich würde es ihr nicht allzu übel nehmen, dass sie sich weiter bei deinem Nachnamen genannt hat, denn sie hat ganz viele Gespräche am Tag und da kann sie sich nicht alles merken. Aber du könntest sie ja nochmal darum bitten dich beim Vornamen zu nennen und sie daran erinnern, dass du es ihr auch schon letzte Woche vorgeschlagen hast und sie einverstanden war - vielleicht bleibt es dann im Kopf.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer seine Zeit dauert, bis man wirklich Themen entwickelt an denen man anknüpft. Erstmal musst du dir all das was dich beschäftigt von der Seele reden, all das was sich auch vielleicht angestaut hat. Und in Wirklichkeit stehst du dabei nicht auf der Stelle, denn du hast schon einen großen Schritt gemacht dort hinzugehen und dich darauf einzulassen, auch wenn dir manche Dinge banane vorkommen. Und wenn du wirklich zuhörst, was sie zu deinen Themen zu sagen hat, kannst du erkennen vielleicht womit das Problem im Zusammenhang steht oder hast vielleicht schon einen Hinweis bekommen, wie du das Problem lösen kannst und es ist auch mal erlaubt im Selbstmitleid, falls das bei dir so ist, zu versinken, auch wenn sie dich daran erinnern wird, wieso du da bist.

Was die Zeit angeht, sie werden dich nicht gehen lassen, entweder bevor du eine feste Therapeut/in findest oder du so stabil bist, dass sie dich wieder alleine auf die Welt setzten können. Ich war also insgesamt 1 Jahr bei der Beratungsstelle und dann habe ich eine feste Therapeutin ausgesucht. Trotz das ich jetzt eine Therapeutin habe, habe ich immer die Möglichkeit zu meiner Beraterin zurück zu gehen, wenn ich zum Beispiel mit meiner Therapeutin nicht klar käme oder ich akut in einer Krise wäre und ich mehr als einmal in der Woche Therapie bräuchte. Sie hat mir in der Zeit in der ich aktiv bei ihr war sehr geholfen, mir geholfen aus untragbaren Situationen heraus zu kommen und den ersten Stein zur Genesung zu setzten. Außerdem habe in der Beratungsstelle auch eine Familientherapie für mich und meine Eltern gefunden zu der wir noch heute hingehen.

Ich versteh nicht ganz, wie eine Therapie deinem Beruf schaden kann?! Was für einen Beruf willst du denn ausüben? Erstens dein Arbeitgeber muss nicht erfahren, wenn du eine Therapie machst - theoretisch bist du ihm da in keinster Weise Rechenschaft schuldig. Aber in deinem Job wird es unverkennlich sein, dass du ein psychisches Problem hast, sei dahin gestellt wie stark es ist bzw. wie stark du behauptest es zu sein, du brauchst nur einmal deine Narben oder Wunden zeigen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Arbeitgeber lieber sehen, dass du eine Therapie machst, wenn du ein psychisches Problem hast, denn dann wissen sie, dass du an dir arbeitest. Und glaub mir, auf Dauer kannst du deine Narben nur mit Einschränkungen verstecken und das fällt auf. Bevor sie rätseln, was du hast, sollte man selber Bescheid sagen. Damit du weißt, ich arbeite mit Kindern und darf mit ihnen schwimmen gehen und auch Alltags im T-shirt herumlaufen, wenn das mein Wunsch ist. Natürlich nur wenn es keine frischen Wunden gibt bzw. diese verbunden sind. Und du musst mit Fragen umgehen können und zum Beispiel Kindern das auf ihrem Verständnisniveau beibringen können. Also für mich spricht überhaupt nichts dagegen eine Therapie zu machen, denn diese zeigt, dass du eine schlechte Phase überwinden willst.

Naja das solls erst einmal sein.

Lg Paraline


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Mi 17. Jun 2015, 20:46 
Hallo ihr Lieben,

Vielen Dank für eure "Erfahrungsberichte" :-) Das ist auf jeden Fall schon einmal gut zu wissen. Ich habe nämlich nach heute so das Gefühl, dass es nicht (wie anfangs gesagt) nur 5 Termine in etwa sein werden.
Das ist echt gut für mein inneres Gefühl so etwas zu lesen, das bestärkt einen wirklich enorm und zeigt mir, dass es nicht vollkommen falsch ist, was ich mit der Beratung angefangen habe. :-) Vielen Dank noch einmal dafür!

Heute war das Gespräch echt ziemlich anstrengend für mich, dass ich es gar nicht geschafft hatte mit dem Vor- und Nachnamen Thema anzufangen. Aber du hast wahrscheinlich Recht, Paraline, die arme Beraterin kann sich auch nicht alles merken ;-) Im ersten Moment war ich eben nur etwas enttäuscht davon.

Heute das Gespräch war echt ne Hausnummer im Vergleich mit den anderen, die ich dort schon hatte. Ich kam echt mit einer super Laune in die Beratung, weil ich ne super Note in der Uni bekommen hatte, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte. Am Ende war ich echt kurz vor dem weinen. Ich hatte nicht so ein tolles Wochenende und dafrüber haben wir geredet. Ich hatte es schon länger geplant meine Familie, die leider weit weg wohnt, zu besuchen. Sie wussten alle Bescheid und haben mich vergessen... und dann später hatten sie besseres zu tun als mit mir etwas zu unternehmen, so ist die Kurzversion. Das hat mich echt ziemlich gekränkt, aber okay, das war eigentlich nur noch halb so schlimm. Sie hat dann die Situation so arg auseinander genommen (mit mir zusammen natürlich), dass ich am Ende gefühlsmäßig echt richtig fertig war und mich am liebsten verkrochen hätte... So etwas ist mir noch nie passiert und ich war echt ziemlich erschrocken darüber.
Die Beraterin meinte dann, dass ich doch diese woche nochmal kommen soll, wenn ich möchte. Ich habe jetzt aber dann doch lieber einen Termin für nächste Woche genommen, weil mir das alles so unangenehm und schnell war. Sie meinte, dass ich mit einer Freundin reden soll heute oder ihr noch eine Mail schreiben soll über das Portal der Beratung über welches ich auch zu ihr gekommen bin. Sie hatte wohl Sorge, dass das ganze mich zua rg aufgewühlt hat - hatte es ja auch ziemlich, so viel ist klar.
Alles in allem war ich also sehr fertig mit mir selbst, die Beraterin aber super nett und hilfsbereit. Puuuuhhh, von der Seele geschrieben :roll:

Einmal noch zu der Frage wegen des Berufs. Ich studiere auf Lehramt und es kann einem ein ziemlicher Strick raus gedreht werden, wenn es um die Verbeamtung geht später. Es ist natürlich ein enormer Vorteil diese Verbeamtung zu haben und ich möchte es mir auf gar keinen Fall verbauen durch eine (vielleicht unnötige) Thearie, die dann in meiner "Akte" (nennt man das so?) stehen würde. Ich würde natürlich darüber noch eher nachdenken, wenn es super dringend wäre, aber ich sehe mich meine Situation nicht als so schlimm an, dass ich zu einem Psychologen gehen müsste. Ich möchte so erst einmal weiter zur Beratung gehen, solange ich die Möglichkeit habe und es mir (meistens) gut dabei geht oder es etwas bringt.

Liebste Grüße und noch einmal Danke!
Salene


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Mi 17. Jun 2015, 22:49 
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Registriert: Sa 10. Sep 2011, 21:24
Beiträge: 6493
Status: Angehörige/r
Liebe Salene,

mal abgesehen von der Vonamen-Geschichte hat deine Beraterin aber offenbar doch ein gutes Gespür für dich. Paß auf dich auf, ja? Und nutze bei Bedarf die Möglichkeiten, die sie dir anbietet!

Da komme ich gedanklich gleich wieder etwas ins Stolpern. Ist das dein Ernst, dass du lieber keine Therapie machst, weil es einer möglichen Verbeamtung eventuell irgendwie irgendwann im Weg stehen würde?

Salene, du bist jetzt am studieren. Wenn du damit durch bist, ein Referndariat und nachfolgen eine Festanstellung gefunden hast - dass sind schon so viele "wenn". Wer weiß, ob es überhaupt noch Beamte gibt, wenn du soweit bist? Wäre es nicht viel, viel besser, etwas mehr im Hier und Jetzt zu bleiben? Ich spüre da eine ganz große Sehnsucht nach Hilfe und du hast erste, gute Erfahrung gemacht. Das ist gut und ich bin echt stolz auf dich.

Wann wäre für dich Therapie "super dringend"? Ich fürchte, bei diesem Szenario liegt "super dringend" ganz nah bei "zu spät". Bitte achte jetzt auf dich und trau dich, die zugedeckelten "Problemchen" als das zu sehen, was sie sind. Zeitbomben.

Und jetzt komme ich mir total blöd vor. Ich bin einerseits so froh, dass du hier schreibst und kann doch nicht anders, als dir eine sanfte Kopfwäsche zu verpassen. Auch dafür gibt es diesen Platz. Nicht krumm nehmen, bitte!

Liebe Grüße
Africa


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Do 18. Jun 2015, 21:15 
Hallo Africa,
Keine Sorge, ich nehme dir deinen Kommentar nicht krumm. Aber ich will auch ehrlich sein, er hat schon ganz schön gesessen. Im Moment fühle ich mich gerade ein wenig wie "von aller Welt verlassen", irgendwie hat auch niemand Zeit gerade im Moment :/ echt blödes Gefühl, was da in der Beratung auf kam. Aber ich passe auf mich auf, keine Sorge :)

Ich finde es auch super nett, dass ich der Beraterin schreiben kann, aber ich denke, dass ich im Moment nichts besonderes zu erzählen hätte. Ich meine, was soll sie denn tun, wenn ich sage, dass ich mich gerade alleine und traurig fühle? :/ Das hat sie ja sozusagen alles ausgelöst in der letzen Sitzung, davor ging es mir echt prächtig. Ich will sie jetzt nicht schlecht machen, aber ich weiß ja auch nicht :/ Sie kann ja auch schlecht wie eine Freundin mal eben vorbei kommen.

Ich meine es wirklich ernst, dass ich keine Therapie machen möchte wegen der Verbeamtung, sogar sehr ernst. Ich sehe meine Situation als "nicht so schlimm" an, da ich weder mein ganzen Leben hinwerfen möchte noch in einer Depression lebe. Natürlich kann noch so viel passiere, bis ich mal fertig bin mit dem Studium und allem drum und dran.

Was mit letztens auch einen ziemlich Schlag gegeben hat waren Kommentare von meiner Familie. Wir haben so im Witz über "verrückt sein" und "auf die Couch" müssen gesprochen und gerade meine Eltern haben da echt einige Kommentare fallen lassen, die mich ziemlich daran bestärken ihnen noch nicht einmal etwas von meiner Beratung zu erzählen.

Ich habe das auch so offen in der Beratung angesprochen und ich denke, dass wenn es zu schlimm um mich stehen würde oder es sich arg verschlimmert, dass sie darüber noch einmal mit mir sprechen würde. Ich möchte jetzt nicht, dass du hier im Forum (oder andere Mitglieder) hier Angst um einen bekommen oder so etwas ...

Ich komme mir gerade genauso blöd vor wie du es vielleicht getan hast als du mir hier geantwortet hast.

Liebste Grüße
Salene


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: So 21. Jun 2015, 00:09 
Offline

Registriert: Mi 17. Jun 2015, 22:41
Beiträge: 66
Status: Betroffene/r
Hallo Salene,

ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass du dir Sorgen bezüglich einer möglichen Verbeamtung machst. (Ich habe selbst ein ähnliches Problem, auch wenn es dabei nicht um eine Verbeamtung geht, und habe darüber schon viel nachgedacht) Ich finde es super, dass du eine für dich durchführbare Alternative gefunden hast und wünsche dir sehr, dass du bei der Beratung die Unterstützung bekommst, die du brauchst. Ich glaube auch, dass deine Beraterin das anspricht, sobald sie glaubt, dass du mehr Unterstützung benötigst, als sie dir als Beraterin geben kann, zumindest ist sie dazu in ihrer Position als deine Beraterin verpflichtet. (Es kann allerdings sein, dass sie so etwas nicht gleich in der ersten oder zweiten Sitzung anspricht, wenn sie glaubt, dass dich das ganz "vergraulen" könnte und du dich am Ende gezwungen siehst, ganz auf Unterstützung zu verzichten.)
Gleichzeitig sind mir beim Lesen dieser Diskussion ein paar Dinge eingefallen und ich würde sie dir gerne (wirklich nur) als Gedankenanstoß schreiben. Hoffentlich trete ich dir damit nicht zu nahe, schließlich bin ich gerade erst hier angemeldet und habe bisher im Grunde genommen nur mitgelesen.
Soweit ich weiß, verhindert eine aktuelle oder vergangene Psychotherapie nicht unbedingt die Verbeamtung. Ich weiß ja nicht, an welchen Stellen du dich da schon informiert hast, aber vielleicht kannst du dazu ja auch mal deine Beraterin befragen. Oder gibt es vielleicht an der Uni in eurem Fachbereich eine Anlaufstelle für solche Fragen? Oder unterstützt der Philologenverband vielleicht auch angehende Lehrer? Der Lehrerberuf und insbesondere auch das Referendariat sind ja nun mal sehr anstrengend und psychisch belastend, so dass du nicht die einzige bist, die dieses Problem hat.
Ich finde, die wichtigste Frage sollte zunächst sein, ob du glaubst, dass eine Psychotherapie dir helfen könnte, unabhängig davon, ob das jetzt gerade durchführbar ist oder nicht, aus welchen Gründen auch immer. Auch das ist eine Frage, bei deren Beantwortung deine Beraterin dich sicherlich gerne unterstützt.
Außerdem habe ich mich noch gefragt, was passiert, wenn dein SVV bei der amtsärztlichen Untersuchung auffällt. Vielleicht hast du da in diesem Fall sogar einen sichereren Stand, wenn du sagen kannst, dass du deswegen eine Psychotherapie gemacht hast oder machst. Schließlich zeigt das, dass du das Problem erkannt hast und daran arbeitest.

Wie gesagt, nur ein paar kleine Gedankenanstöße. Am Ende kannst nur du entscheiden, was das Beste für dich ist und das will ich dir natürlich nicht absprechen.

Ich hoffe, dass es dir nun besser geht als am Donnerstag, sich verlassen zu fühlen ist wirklich schlimm und es tut mir leid, dass du dich am Donnerstag so gefühlt hast. Mir hilft es immer, Dinge aufzuschreiben. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, der Beraterin zu schreiben, du musst es ja gar nicht abschicken?
Es ist richtig blöd, wenn aus dem nahen Umfeld so negative Kommentare über Psychotherapie oder psychische Probleme kommen und es tut mir leid für dich, dass du deshalb das Gefühl haben musst, dich deiner Familie nicht anvertrauen zu können. Schade, weil meiner Meinung nach niemand mit Sicherheit sagen kann, dass er nicht auch mal in die Position kommt, sich professionell helfen lassen zu müssen. Vielleicht hilft es dir, daran zu denken, dass solche Kommentare häufig aus Unwissenheit und Unsicherheit entstehen. Aber ich kann es genauso gut verstehen, wenn du dich deswegen einfach nur verlassen fühlst und deshalb traurig bist oder dich über deine Familie ärgerst.

Jona

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: So 21. Jun 2015, 23:07 
Hallo Jona :)

Keine Sorge, ich bin immer sehr froh neue Denkanstöße und Antworten zu lesen, denn meistens haben viele ja auch viel mehr Meinungen und vielleicht ist gerade die 500. Antwort eine, die passt :) Danke also auch dir!

Ich bin im Moment immer noch der Meinung, dass mein Problem nicht so groß ist, dass ich es nicht eventuell auch mit der Beraterin in der Griff bekommen könnte, und falls nicht kann man ja dann immer noch weiter schauen, denke und hoffe ich. Ich bin nicht sicher, ob das svv bei mir so sehr auffallen würde, da ich keine Narben an offensichtlichen Stellen habe. Es klingt alles sehr einleuchtend und logisch, aber ich bin glaube ich auch einfach nicht bereit mich auf so eine richtige Therapie einzulassen. Das ist alles ziemlich abschreckend für mich.

Der heutige Abend war nochmal nicht so sehr schön, irgendwie hat aber auch gerade dann in solchen Moment die Eltern keine Zeit zum telefoniere, die Schwester ist im Urlaub und die beste Freundin hat ihren Freund da... :cry: Jetzt geht es schon wieder einigermaßen, aber ich denke, dass ich das auf jeden Fall bei der Beratung ansprechen sollte und auch werde. Vor allem wo jetzt die Klauren in der Uni bald anfangen kann ich mir solche Aussetzter echt nicht leisten. :roll:

Ich glaube einfach, dass meine Familie denkt, dass gerade ich nie im Leben solche Probleme haben sollte oder könnte. Ich habe eigentlich genug Geld zu Verfügung, studiere an einer tollen Uni, bin selbstständig und und und. Wo sollen da auch die Probleme herkommen?

Oh man, jetzt habe ich wieder nur gejammert hier :/ nehmts mir nicht allzu übel.

Liebste Grüße und gute Nacht
Salene


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Mi 24. Jun 2015, 00:46 
Offline

Registriert: Mi 17. Jun 2015, 22:41
Beiträge: 66
Status: Betroffene/r
Hallo Salene,

du schreibst, dass du nur gejammert hast, dabei hast du eigentlich geschrieben, dass es alles gar nicht so schlimm ist und dass du das in den Griff kriegen wirst, das klingt für mich gar nicht nach jammern, sondern ziemlich tough.
Ich habe mich beim Lesen nur gefragt, ob du denn selbst Verständnis dafür hast, dass du Probleme hast. Wenn ich gerade nicht genug Verständnis für mich aufbringen kann, merke ich das häufig daran, dass es mir besonders wichtig ist, Verständnis von anderen zu bekommen und nahezu daran verzweifle, weil das, was ich bekomme, dann nie ausreicht.
Niemand steckt in deinen Schuhen und selbst wenn es nach außen hin vielleicht so aussehen mag, als ob alles läuft wie geschmiert, wenn es dir nicht gut geht bzw. du Schwierigkeiten mit etwas hast, dann ist es schwierig genug und schlimm genug. Immer. Egal, um was es geht und egal, wie viele Menschen dir sagen oder auch nur denken könnten, dass du dich anstellst. Und mit jammern hat das überhaupt nichts zu tun.
Das war mir gerade irgendwie wichtig, dir das zu sagen.

Jona

_________________
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So shake him off!
(Florence + the Machine, Shake it out)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Beratung
BeitragVerfasst: Mi 24. Jun 2015, 06:49 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 18:52
Beiträge: 6797
Wohnort: Stuttgart
Status: Angehörige/r
OT: Sorry, wenn ich mich hier mal einmische. Aber was Jona da sagt, finde ich so wichtig und ich behaupte mal, das könnten wir uns alle ausdrucken und uns hinter den Spiegel hängen:

Jona hat geschrieben:
Wenn ich gerade nicht genug Verständnis für mich aufbringen kann, merke ich das häufig daran, dass es mir besonders wichtig ist, Verständnis von anderen zu bekommen und nahezu daran verzweifle, weil das, was ich bekomme, dann nie ausreicht.
Niemand steckt in deinen Schuhen und selbst wenn es nach außen hin vielleicht so aussehen mag, als ob alles läuft wie geschmiert, wenn es dir nicht gut geht bzw. du Schwierigkeiten mit etwas hast, dann ist es schwierig genug und schlimm genug. Immer. Egal, um was es geht und egal, wie viele Menschen dir sagen oder auch nur denken könnten, dass du dich anstellst. Und mit jammern hat das überhaupt nichts zu tun.


Danke, Jona :knuddel:

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Gegen die Nacht können wir nicht ankämpfen, aber wir können ein Licht anzünden.
Hl. Franziskus von Assisi


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