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Selbsthilfeforum für Angehörige SVV-betroffener Menschen
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 Betreff des Beitrags: Klinik?
BeitragVerfasst: Mo 9. Nov 2020, 21:57 
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Registriert: Mo 9. Nov 2020, 21:39
Beiträge: 5
Status: Betroffene/r
Hallo,
ich kämpfe nun schon sehr lange mit SVV. Nun gab es einige Schicksalsschläge in diesem Jahr und vor allem der |editiert | meiner Oma hat mich mitgenommen. Ich leide sehr und verletze mich fast täglich. Ich habe es nun endlich geschafft, es meiner Hausärztin anzuvertrauen, da es nicht mehr ging. Sie hat mir eine Überweisung für eine Psychiatrie gegeben. (Ich hatte es auch mit einer Psychotherapeutin versucht, aber das hat nicht geklappt). Nun bin ich sehr unsicher, ob ich das machen soll, oder nicht. Einerseits weiß ich, dass ich ohne Hilfe nicht mehr weiter komme, andererseits kann ich es mir neben dem gerade begonnenem Studium (was mich zusätzlich stresst) nicht leisten, wochenlang in eine Klinik zu gehen. Ich will mein Studium auf keinen Fall abbrechen, da ich so lange auf einen Platz gewartet habe. Ich wohne in einer WG. Meine Mitbewohnerin weiß Bescheid, meine Eltern nicht. Das sollen sie auch nicht. Wie verheimliche ich das vor ihnen, wenn ich wochenlang nicht kann?
Fakt ist: Ich kann nicht mehr. Ich habe bei der Psychiatrie angerufen und gefragt, wie das wäre und sie meinte, es kann etwas dauern, bis ich einen Platz bekomme. Nun war ich gestern aber kurz davor, mich ernsthaft schwer zu verletzen. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich will nicht in die Klinik, aber ich brauche Hilfe. Hat jemand Erfahrungen?
Lg Molly


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 00:10 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 18:13
Beiträge: 4661
Status: Betroffene/r
Hallo Molly,
herzlich willkommen hier - ich finde es sehr gut, dass du dich angemeldet hast und wünsche dir sehr, dass der Austausch hier hilfreich für dich ist.
Erstmal: Richtig gut, dass du dich deiner Hausärztin anvertrauen konntest! Hat sie dir eine spezielle Klinik empfohlen oder "einfach nur" eine Einweisung geschrieben?
Ich habe ganz verschiedene Gedanken, hoffe, dass ich dir jetzt alle noch sortiert aufgeschrieben bekomme...
Du schreibst von einem Versuch bei einer ambulanten Therapeutin. Woran ist das gescheitert?
Könntest du dir grundsätzlich vorstellen, eine ambulante Therapie zu machen? Vielleicht könnte deine Hausärztin dir auch in dieser Richtung weiterhelfen.
Das könnte mit deinem Studium vereinbar sein und dir helfen, dich im alltäglichen Sein stabilisieren.
Gibt es außer deiner Mitbewohnerin Menschen, die davon wissen, wie schwer es momentan für dich ist?
Hast du das Gefühl, dass du da gut aufgehoben bist und dich immer an jemanden wenden kannst?

Bzgl. der Klinik: Erstmal hast du die Freiheit zu entscheiden, wohin du gehst. Die Wartezeiten sind bei unterschiedlichen Kliniken unterschiedlich lang. Auch die Dauer, die du dort bist, kann von Klinik zu Klinik unterschiedlich sein.
In der Regel hast du aber überall erstmal ein Vorgespräch - das dient dazu, dass du einen ersten Eindruck von der Klinik bekommst und auch dazu, dass dein Gegenüber einschätzen kann, ob diese Klinik für dich passend wäre.
Wenn du so ein Vorgespräch vereinbarst, verpflichtest du dich erstmal zu gar nichts und kannst vielleicht gleichzeitig Fragen klären, die für deine Entscheidung hilfreich sein könnten.
Das Thema Eltern könnte im Rahmen der stationären Therapie Raum finden (ambulant natürlich auch!) und vielleicht findest du ja sogar eine Möglichkeit, deinen Eltern mitzuteilen, wo du bist....
Ich durfte vor kurzem die Erfahrung machen, dass das wesentlich besser ging und aufgenommen wurde, als ich jemals erwartet hätte.

In dem Moment, wo du das Gefühl hast, dass du einen Ort brauchst, an dem du sicher bist - für ein paar Tage, wäre die Überlegung sinnvoll, ob du dich selbst bei einer psychiatrischen Station meldest (Akutpsychiatrie), um dort so lange zu sein, bis du dir sicher bist, dass du wieder selbst die komplette Verantwortung übernehmen kannst.
Das würde auch ein ambulanter Therapeut mit dir thematisieren, wenn du davon berichtest.
Dazu kann ich dir keine Erfahrung schildern, da ich selbst noch nicht in dieser Lage war - weil ich mich bislang immer dagegen entschieden habe, diesen Schritt zu gehen.

Schlussendlich: Es ist gut, dass du merkst, dass du Hilfe brauchst und ganz aktiv Schritte machst, um diese zu bekommen. Und ich glaube, erstmal ist es am allerwichtigsten, dass du schaust, wie es dir wieder besser gehen kann. Und dann kommt erst das Studium und deine Eltern und und und. Nur wenn es dir ok geht, hast du auch was vom Studium.
Ein Krankheitssemester sollte eigentlich kein Problem sein - insbesondere in der momentanen Situation, in der ja sowieso wegen Corona alles irgendwie anders und schwierig ist.

Ich denk an dich und sende dir Kraft!
Y

_________________
Und wir sind nicht mehr zag / unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein / aus dem vergangenen Tag.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 00:38 
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Registriert: Mo 9. Nov 2020, 21:39
Beiträge: 5
Status: Betroffene/r
Hallo, vielen Dank für die Antwort!
Das mit der ambulanten Therapie waren eigentlich nur zwei Probestunden, die aber ein Reinfall waren. Ich kam mit der Therapeutin leider nicht so klar und hab es nicht geschafft ihr von dem SVV zu erzählen. Und dann waren die Probestunden auch schon wieder vorbei und sie hatte eine lange Warteschlange. So wie gefühlt alle Therapeuten oder Psychiater. Ich kann aber nicht warten. Ich brauche jetzt hilfe... Ich habe Tage, die okay sind. Ich hab Tage, da geht es garnicht. Ich schlafe und esse nicht. Ich breche immer mehr zusammen und ich weiß nicht warum diese Sperre in meinem Kopf ist, aber ich MUSS die Uni weitermachen, ich MUSS mich um meinen Opa kümmern, der nun alleine ist. Ich muss für meine Freunde da sein. Das passt alles einfach nicht.


Zu der Frage: nein, ich vertraue mich niemandem an. Ich will damit niemanden belasten. Meiner Mitbewohnerin musste ich es jetzt erzählen, weil ich ihr nach dem letzten "Unfall" mit Krankenhausaufenthalt nach all den Lügen eine Antwort schuldig war. Noch nie habe ich jemandem davon erzählt. Aber das hat gut getan.

Meinen Eltern könnte ich das NIEMALS erzählen. Die denken, mir gehts gut. Das soll auch so bleiben


Ich weiß, dass es letztendlich von mir abhängt, was ich tu, da niemand diese Entscheidung von mir nehmen kann. Aber ich hab absolut keine Ahnung, was ich tun soll. Ich kann nicht mehr.

Warst du auch schonmal in so einer Situation?
Also nicht das mit Psychiatrie-oder nicht-Debatte
eher dieses: Wie komme ich jemals wieder da raus?
Hast du auch Angst, nachts ins Bett zu gehen, weil du weißt, dass du eh nicht schlafen kannst und all die Trauer, Wut und Angst auf anderen Wegen versuchst aus dir rauszuschreien?

Ich habe jede Nacht Angst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 10:10 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 18:13
Beiträge: 4661
Status: Betroffene/r
Liebe Molly,
wenn du magst, dann fühl dich erstmal umarmt.

Grundsätzlich gilt: Wenn du freiwillig in einer Psychiatrie gehst, kommst du in der Regel unkompliziert auch wieder raus. Dann liegt es in deiner Entscheidung.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schwer die Situation für dich gerade ist. Insbesondere das Gefühl, dass doch alles irgendwie weitergehen MUSS und ich an etlichen Stellen Menschen im Stich lasse, wenn ich mich um mich selbst kümmere und ehrlich zu mir und den anderen bin, indem ich sage, dass ich nicht mehr kann... - das kenne ich gut.
Ich war bis Ende Oktober in einer Klinik (allerdings keine "Psychiatrie", sondern in einer psychosomatische Klinik) und hatte ziemlich damit zu kämpfen, dass das nicht alles in meiner Sommerpause geklappt hat, sondern ich an etlichen Stellen Dinge absagen musste und arbeitstechnisch auch für länger ausgefallen bin.
Ich hätte diese Entscheidung alleine nicht so getroffen - auch wenn ich denke, dass es gut war, dass ich dort war. Meine ambulante Therapeutin hat mich quasi davon überzeugt, dass ich mehr Versorgung brauche, als sie leisten kann.

Du schreibst, dass du jetzt sofort Hilfe brauchst. Dass du nicht schläfst und nicht isst. Von außen betrachtet ist absehbar, dass du irgendwann ganz zusammenbrichst und dann weder für alle anderen da sein kannst, noch in der Uni weitermachen kannst. Und sich aus eigener Kraft wieder aufzurappeln, ist bei einem Totalzusammenbruch kaum möglich. Und: Vermutlich werden es dann alle mitbekommen, wie schwer es gerade für dich ist....
Willst du es darauf angekommen lassen?
Bitte versuch es doch noch bei zwei weiteren ambulanten Therapeuten. Die haben eigentlich immer Puffer für ganz akute Dinge.
Und vielleicht passt es ja bei jemand anderem besser und es hilft dir schon, wenn du weißt, dass du da einen Ort hast, um der Trauer und Wut und Angst Raum zu geben.

Ich denk an dich und sende dir viel Kraft!
Y

_________________
Und wir sind nicht mehr zag / unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein / aus dem vergangenen Tag.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 11:12 
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Registriert: Mi 12. Feb 2014, 18:04
Beiträge: 2258
Status: Betroffene/r
Hallo und willkommen Molly,

schön, dass Du Dich hier angemeldet hast, ich hoffe, dass es Dir ein klein wenig Hilfe geben kann.

Auch für mich war es damals schwierig einzugestehen, dass in meinem Leben absolut nicht alles gut ist, sondern im Gegenteil. Irgendwann ließ es sich damals nicht mehr verheimlichen- und im Nachhinein war es gut so. Heute geht es mir, was SVV und Begleiterscheinungen angeht, wirklich richtig gut, wofür ich sehr dankbar bin. Der Weg war lang und steinig, aber er hat sich mehr als gelohnt.

Was mir zusätzlich zu Therapeuten noch einfällt, sind Beratungsstellen, da sitzen oft auch Menschen mit sehr viel Ahnung und Lebenserfahrung (und guter Ausbildung), und oftmals kannst Du da gerade am Anfang des Weges wirklich gute Tipps und Unterstützung bekommen.

Im psychiatrischen Bereich gibt es vielerorts auch sogenannte Krisenstationen, wo Du spontan hin gehen kannst, um erstmal wieder kurzzeitig etwas runter zu kommen.

Insgesamt hört es sich schon so an, dass es sehr, sehr sinnvoll wäre, bald in eine Klinik zu gehen, den Raum zu bekommen, um wirklich zu sortieren, was Du gerade brauchst und was nicht. Selbst wenn Du es jetzt schaffen solltest, noch einmal den Korken auf das innere Faß zu setzen- es wird weiter gären, und es wird immer schwerer, den Korken auf dem Faß zu behalten.

Es wird so oder so nicht mehr auf Dauer möglich sein, das vor anderen zu verstecken- und aus meiner Erfahrung mit mir und anderen kann ich wirklich sagen, es ist oft einfach besser so, wenn das klar ist, oft ist es erstaunlich mitzubekommen, wie vielen Menschen drum herum es genauso geht- oft Menschen, wo Du überhaupt gar nicht damit rechnest...

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, stelle Dir einen Ableger von der Forums- Kraftpflanze hin- daraus kannst Du Tee machen, Blätter essen, dran riechen, was auch immer Dir einfällt... und sie wächst immer nach, egal wie viel Du gerade brauchst. Vielleicht hat Dir irgendwas von meinem Geschreibsel ein klein wenig geholfen, sonst pack es zur Seite...

Liebe Grüße
Herde


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 19:28 
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Registriert: Sa 10. Sep 2011, 21:24
Beiträge: 6912
Status: Angehörige/r
Liebe Molly,

gut dass du dich hier angemeldet hast. So kannst du auch ein bißchen testen, wie sich Austausch für dich anfühlt, auch wenn es "nur" virtuell ist. Momentan ist das Forum eher klein und beschaulich, so dass du nicht massenhaft Antworten bekommst, aber vielleicht ist das für dich auch erst mal gut?

Ich möchte dir aus Sicht einer Angehörigen schreiben, vor vielen Jahren war meine Tochter betroffen. Du sagst, du möchtest niemanden belasten. Damit bist du nicht allein, viele Betroffene äußern das so oder so ähnlich. Im Gegensatz dazu fragen sich aber viele Angehörige, warum sich ein Betroffener nicht anvertraut hat, auch warum sie selbst nichts bemerkt haben... Klar, du mußt selbst deinen Weg finden. Trotzdem ist es keine Last, einen Menschen zu unterstützen - im Gegenteil. Klarheit ist immer besser als Vermutungen, Unsicherheit, Versteckspiel. Würdest du dir von einem nahen Angehörigen oder Freund nicht auch wünschen, dass er sich dir zutraut? Bei all dem gehe ich davon aus, dass z.B. deine Eltern nicht Teil der Ursachen sind - in dem Fall sieht es natürlich anders aus.

Wenn du eine rein körperliche Krankheit hast, einen verstauchten Fuß, whatever, dann gehst du selbstverständlich zum Arzt, läßt dich behandeln, packst dich aufs Sofa und quälst dich nicht mit dem Anspruch, zu müssen, was du grad nicht leisten kannst. Nun hast du dir bildlich gesprochen die Seele verstaucht. Das hast du dir nicht ausgesucht und du bist nicht "schuld", aber du brauchst Hilfe und du bist es wert, alle Hilfe zu bekommen! An Beratungsstellen hab ich auch gedacht.

Ich sende dir liebe Grüße, Mut vor allem und wen du magst, eine Umarmung

Africa


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 21:19 
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Registriert: Mo 9. Nov 2020, 21:39
Beiträge: 5
Status: Betroffene/r
Hallo,
Danke euch allen für die Antworten. Ich suche momentan vergeblich einen ambulanten Platz. Immer wenn ich anrufe, sagen sie, dass sie gerade komplett voll sind. Egal wo. Es ist immer wieder eine Überwindung anzurufen und umso schwerer immer wieder eine Abfuhr zu bekommen.
Die Metapher mit dem Korken uns dem Fass fand ich interessant, weil ich es auch immer so gesagt habe. Ich hab ein Loch in meinem Herzen seit vielen Jahren und habe immer wieder den Korken auf dieses Loch gesetzt. Und jetzt ist der Korken weg und nichts hält das Loch zusammen. Ich will diesen Korken wieder haben. Und ich weiß, dass das dringend nötig ist. Denn so wie der Inhalt in Fass gärt, so | editiert | mein Herz. Irgendwann kann es dann nicht mehr. Und so weit will ich es nicht kommen lassen. Meinen Schlafmangel komprimiere ich mit Alkohol. Wenn ich müde bin, trinke ich, damit ich weiter lernen kann. Ich denke ich warte mittlerweile nurnoch darauf, dass ich Zusammenbreche und ich gar keine andere Wahl habe, als in die Klinik zu gehen. Ob ich da bleibe, weiß ich nicht. Eure Worte helfen mir. Es tut gut zu hören, dass ich nicht alleine bin. Wie kann ich aber die Zeit überbrücken, wenn keiner bereit ist mir zu helfen? Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Das Trinken, das SVV, der Schlafmangel. Wie lange kann ein Mensch das aushalten? Die Narben gehen nie wieder weg. Ich werde immer wieder damit konfrontiert werden. Ich will das nicht. Ich will so nicht leben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Di 10. Nov 2020, 21:27 
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Registriert: Mo 9. Nov 2020, 21:39
Beiträge: 5
Status: Betroffene/r
Zu dem Kommentar mit den Angehörigen: das kann ich nicht.. selbst wenn ich im Krankenhaus bin, will ich nicht, dass meine Mutter davon erfährt. Ich liebe sie und ich brauche sie, aber das kann ich nicht. Ich glaube, dass ich es meiner Mitbewohnerin und Freundin erzählt habe ist wichtig und gut. So muss ich nicht mehr verstecken, wenn ich betrunken nach Hause komme und geraucht habe . Und ich muss keine Angst haben, dass sie mich fragt, woher die Narben sind. Trotzdem kann ich ihr die Verletzungen nicht zeigen. Es fällt mir schon schwer, wenn mich der Arzt fragt , womit ich mich verletzt habe. Kennt das jemand? Ich find es unheimlich schwer

Ich bin momentan eh so isoliert und habe durch meinen Egoismus sogar meine beiden besten Freunde verloren, die mir so unheimlich wichtig sind. Wie gerne würde ich ihnen alles sagen, aber das geht nicht. Ich vermisse sie jeden Tag.
Aber dadurch, dass ich so isoliert bin, fragt (zum Glück?) auch keiner nach.
Manchmal wünsche ich mir aber, dass jemand fragt: wie geht es dir?

Ich drehe den Spieß immer um. Je mehr ich eigentlich selbst Hilfe brauche, desto eher versuche ich mich um andere zu kümmern. Das ist bei mir so verankert und das geht nicht weg. Eine Freundin, um die ich mich in den letzten Tagen gekümmert habe ist selbst in einer Klinik. Ich weiß es klingt egoistisch, aber wem kann ich jetzt helfen? Das macht mich fertig

Das sind alles nur kleine Dinge, die mich zusätzlich belasten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Mi 11. Nov 2020, 14:44 
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Registriert: Do 18. Jun 2020, 09:45
Beiträge: 521
Wohnort: Köln
Status: Betroffene/r
Hallo Molly,

ja das kenne ich gut und ich glaube das kennen viele die von svv betroffen sind! Mir fällt es auch unglaublich schwer darüber zu reden, immer wenn meine Therapeutin das Thema anspricht würde ich am liebsten aus dem Raum laufen. Aber darüber reden kann auch helfen, denn wenn man sich dazu durchgerungen hat und darüber gesprochen hat offen und ehrlich dann gibt das auch ein gutes Gefühl, weil man dann stolz auf sich selbst sein kann, dass man es geschafft hat obwohl man sich unwohl gefühlt hat! Aber das ist verdammt schwer wie gesagt ich selber schaffe es auch kaum mich zu öffnen aber das ist ok, meine Therapeutin sagt immer dass man sich auch selber die Zeit lassen muss mit allem klar zu kommen weil wenn man sich selber unter Druck setzt wird alles nur noch schlimmer und der Kopf macht selber dicht.

Zum THema Egoismus kann ich dir nur sagen dass ich das ganz und gar nicht glaube auch wenn man das oft so empfindet ich glaube nicht dass du egoistisch bist! Ich würde sogar eher sagen dass das genaue Gegenteil der Fall ist, ich meine du sagst doch sekber dann wenn du selber eigentlich die meiste Hilfe brauchst dann kümmerst du dich um andere und deren Probleme und das ist so ziemlich alles aber nicht egoistisch!

Und naja du schreibst es sind nur kleine Dinge die dich belasten aber das macht sie nicht weniger bedeutend! Denn auch viele kleine Puzzlestücke fügen sich letztlich zu einem großen Bild zusammen!

Alles liebe :knuddel:

Hatschiko


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 Betreff des Beitrags: Re: Klinik?
BeitragVerfasst: Do 12. Nov 2020, 14:37 
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Registriert: Mo 9. Nov 2020, 21:39
Beiträge: 5
Status: Betroffene/r
Ich verstehe einfach nicht, wie ich weiter machen soll. Die Klinik hat mich auf einer Liste, ambulant sind alle voll,.. und nun ist es jeden Tag das gleiche. Es gibt gute Tage, es gibt schlechte Tage. Heute ist ein schlechter Tag. Wieder nicht geschlafen, wieder nur getrunken, wieder SVV. Das kann doch nicht täglich so weiter gehen. Ich komme mit der UNI kaum hinterher und bin maßlos überfordert. Mir reicht es jetzt. Ich werde mich nicht | editiert |, aber heute reicht es mir.


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