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 Betreff des Beitrags: Totale Einschränkung wegen Narben
BeitragVerfasst: So 8. Jul 2018, 13:58 
Hey.

Ich weiß dass dieses Problem immer wieder thematisiert wird und es keine richtige Lösung dafür gibt. Trotzdem würde ich es gerne loswerden.

Ich habe mich damals | editiert | und verbrannt, an den Armen und Beinen. Es ist jetzt etwa 10 Jahre her, es war nur für eine kurze Zeit.

Seit ein paar Jahren komme ich nicht mehr mit meinem Körper klar. Ich habe Albträume und Panikattacken. Das damalige Problem ist zwar nicht mehr vorhanden aber hat tiefe seelische Narben hinterlassen, die mich bis heute einschränken und so belastend sind dass ich es nicht auch noch an meinem Körper ertrage.
Ich halte diese stigmatisierung und Abwertung nicht mehr aus.

Seit ein paar Jahren kann ich trotz Krankheiten nicht mehr zum Arzt gehen,selbst im Winter habe ich ständig Angst es könnte doch jemand sehen und meinen Hobbys kann ich auch nicht mehr nachgehen. Im Grunde verstecke ich mich nur noch. Bekannte und Familie kann ich im Sommer nicht mehr sehen, selbst einkaufen kann ich nicht mehr so dass ich oft tagelang nichts zu essen habe. Arbeiten oder wichtige Erledigungen gehen so auch nicht im Sommer. Meine Angst schränkt mich also dermaßen ein, dass es teilweise schon gefährlich wird. Selbst lange Ärmel gehen nicht weil das noch mehr auffällt. Ich fühle mich ohnmächtig gegenüber meinem Körper und gefangen. Das ging mal so weit, dass ich meine Narben an manchen Körperstellen großflächig selber raus operiert habe.

Ich weiß vom Kopf her dass das absoluter Quatsch ist, aber gefühlsmäßig ist es leider sehr schlimm.
Es gibt nur leider keine andere Möglichkeit als lernen dazu zu stehen, nur wie erreicht man das?

Gibt es hier vielleicht jemanden dem es ähnlich geht und der sich austauschen möchte?
Vielleicht ist es zusammen dann leichter sich zu überwinden.

Oder gibt es vielleicht jemanden dem es mal genau so ging es der es irgendwie geschafft hat?

Danke fürs lesen,
Liebe Grüße


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BeitragVerfasst: So 8. Jul 2018, 23:20 
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Registriert: Sa 10. Sep 2011, 21:24
Beiträge: 5580
Status: Angehörige/r
Hallo Kira,

als "nur" Angehörige bin ich nicht die, von der dir du Antworten gewünscht hast, trotzdem möchte ich ich dich heute nicht so alleine lassen.

Du hast den Weg aus SV damals alleine geschafft, wennn ich dich richtig verstehe. Das ist ziemich stark, finde ich. Aber Hilfe suchen, vielleicht noch mal dahinter schauen und damit auch besser mit dem Heute umgehen wäre vielleicht auch gut, oder? Und aus meiner Sicht dringend notwendig, dir zuliebe. Du könntest es mal mit Beratungsstellen versuchen, das sind oft sehr, sehr gute Ansprechpartner.

Was ich dir noch sagen möchte: Mir begegnen oft "gezeichnete" Menschen. Und natürlich schaue ich hin, fällt mir das auf, ich bin ja nicht blind. Blicke sind nicht zwangsläufig abwertend, auch wenn dir das so scheint. Du ahnst vielleicht gat nicht, wieviel Mitgefühl und Liebe dahinter verborgen ist...

Africa


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BeitragVerfasst: Do 19. Jul 2018, 12:29 
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Registriert: Do 8. Sep 2011, 17:55
Beiträge: 6103
Wohnort: Land zwischen den Meeren
Status: Betroffene/r
Hallo Kira,

ich bin Betroffene und habe acuh große Narben am Arm. Von den Einschränkungen und Stigmatisierungen habe ich bisher nichts gemerkt. Ich trage sehr gerne Kurzärmelig und gehe mit meinen Narben offen um. Sie sind ein Teil meiner Geschichte und gehören zu mir. Sie erzählen meine Vergangenheit, aber sie bestimmen nicht meine Zukunft.

Sicherlich ist der Umgang mit mir und meinem Körper, dass ich ihn heute so nehmen kann, wie er ist, in den Spiegel schauen kann und mir sagen kann "ich mag mich", nicht von heute auf morgen so geworden. Ich habe jahrelang mich selbst abgrundtief gehasst und versucht mich zu zerstören. Was mir geholfen hat, da raus zu kommen ist der Wille und eine intensive, jahrelange Therapie. Ich musste erstmal verstehen, woher meine Gedanken kamen und dann lernen, nicht mehr so destruktiv mit mir umzugehen.
Aber es hat sich gelohnt. Ich habe ein großes Stück Freiheit gewonnen ...

LG
vinter

_________________
Mit allem Großen ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit jedem
Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo's am heftigsten weht.
~~Christian Morgenstern~~


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