Fr 27. Nov 2015, 18:57
mondscheinbluemchen hat geschrieben:zweiter tipp: pass auch auf dass es auf keinen fall jemand sieht oder erfährt, vor allem nicht deine eltern.
Ihr lieben beiden!
Aus verschiedenen Gründen möchte ich diesen zweiten Tipp vehement widersprechen.
Erstmal sind wir hier in einem Forum, in welchem sich sowohl Betroffene als auch Angehörige bewegen. Und es geht genau darum: Austausch, Gedanken miteinander teilen, voneinander Dinge erfahren, die es einfacher machen, die jeweils "andere Seite" besser zu verstehen.
Ich wage zu behaupten, dass alle Eltern eine große Liebe ihren Kindern gegenüber empfinden. Dass manche aufgrund unterschiedlichster Faktoren nicht dazu in der Lage sind, das zu zeigen und dass es auch Eltern gibt, die ihren Kindern schreckliche Dinge antun, steht für mich gerade mal kurz auf einem anderen Blatt.
Und ja: Es tut ihnen bestimmt sehr, sehr weh, wenn sie merken, dass es ihrem Kind schlecht geht. Genau so, wie es dem Kind wehtut, wenn es merkt, dass es einem Elternteil schlecht geht.
Aber das lässt sich nicht vollkommen verstecken. So vieles transportiert sich trotz größter Anstrengung, es geheim zu halten. Dann ist das so ein unklares Gefühlsgewaber und keiner weiß so richtig, woran er/sie ist, alle tasten so vor sich hin und trauen sich nicht, klare Schritte zu gehen. Auf diese Art ein Zusammenleben zu gestalten, ist schrecklich! Schrecklich anstrengend und emotional gesehen extrem schwer für alle.
Ich habe auch versucht, alles zu verstecken. Und es ist mir lange gelungen. Und auch jetzt wissen meine Eltern nicht so arg viel von mir - ich wohne aber auch schon seit mehreren Jahren nicht mehr bei ihnen.
Aber schlussendlich war es so riesengroße Erleichterung, als meine Mutter doch davon mitbekommen hat. Wir haben nur zweimal wirklich darüber gesprochen. Beide Male war es nicht einfach. Aber es ging. Und es hat dann dazu geführt, dass ich Hilfe bekommen habe. Alleine hätte ich mich nicht auf den Weg gemacht. Und für meine Eltern war es gut, zu wissen, dass ich mit jemanden rede, der mir mehr helfen kann, als sie es können.
Erleichterung für alle also.
Liebe Moonlight,
deine Lehrerin wird dir wahrscheinlich nicht von vorn herein versprechen können, dass sie deine Eltern nicht einschaltet. Jedenfalls nicht, wenn sie noch nicht weiß, worum es geht. Lass dich davon aber nicht entmutigen. Sag ihr auf jeden Fall, dass es für dich jetzt noch nicht passt, mit deinen Eltern darüber zu sprechen. Ich glaube schon, dass sie darauf Rücksicht nehmen wird.
Was du darüber schreibst, warum du begonnen hast, dich zu sv, ist sehr nachvollziehbar.
Viel Mut wünsche ich dir!
Y